Über mich
Gemeinsam verstehen, was sich zeigt
Ob eine Psychotherapie hilfreich werden kann, hängt nicht nur von Methoden und fachlicher Erfahrung ab. Entscheidend ist auch, ob zwischen uns eine persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen kann.
Dabei gehe ich weder davon aus, dass ich bereits weiß, was mit Ihnen „nicht stimmt“, noch davon, dass Sie sich selbst schon vollständig kennen müssten. Vieles von dem, was uns innerlich bewegt, ist zunächst nur schwer zugänglich. Es kann sich in Gefühlen, körperlichen Reaktionen, wiederkehrenden Beziehungserfahrungen oder in Verhaltensweisen zeigen, die wir uns selbst nicht recht erklären können.
Psychotherapie verstehe ich deshalb als einen gemeinsamen Prozess des Erkundens und Verstehens. Sie bringen Ihre Geschichte, Ihr gegenwärtiges Erleben und Ihre persönliche Wahrnehmung mit. Ich bringe meine ärztliche und psychotherapeutische Erfahrung, meine Aufmerksamkeit und meine persönliche Resonanz in die Begegnung ein.
Meine Wahrnehmungen und Überlegungen sind dabei keine fertigen Wahrheiten über Sie. Ich stelle sie Ihnen als Möglichkeiten zur Verfügung. Gemeinsam prüfen wir, ob sie etwas Wesentliches berühren, eine neue Perspektive eröffnen oder an Ihrem Erleben vorbeigehen.
Sie dürfen widersprechen, mich korrigieren, innehalten und die Richtung verändern. Denn auch wenn vieles zunächst unbewusst oder schwer verständlich sein kann, bleibt bei Ihnen die entscheidende Autorität darüber, was sich innerlich stimmig anfühlt und womit Sie sich befassen möchten.
Für mich bedeutet das eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe: nicht, weil wir dasselbe wissen oder innerhalb der Therapie dieselbe Aufgabe haben, sondern weil Verstehen im gemeinsamen Prozess entsteht.
Psychotherapie ist für mich kein Geschehen, bei dem einer bereits weiß und der andere nur folgen muss. Wir erkunden gemeinsam, was sich zeigt und welche Bedeutung es für Sie haben könnte.
Therapie entsteht in Beziehung
Psychotherapie ist für mich nicht nur ein Gespräch über Erfahrungen, die außerhalb des Behandlungsraums stattgefunden haben. Auch das, was sich im gegenwärtigen Kontakt zwischen uns entwickelt, kann für die therapeutische Arbeit bedeutsam werden.
Vertraute Erwartungen, Schutzreaktionen und Beziehungsmuster können sich auch in der therapeutischen Begegnung bemerkbar machen. Vielleicht fällt es schwer, etwas auszusprechen, zu widersprechen, eine Grenze zu setzen oder Unterstützung anzunehmen. Solche Momente betrachte ich nicht als Störung der Therapie. Sie können vielmehr dabei helfen, etwas unmittelbar wahrzunehmen und gemeinsam zu verstehen, das bisher nur schwer zugänglich war.
Dabei achte ich nicht nur auf das, was Sie erzählen, sondern auch auf meine eigene Resonanz auf unsere Begegnung. Sie kann zusätzliche Hinweise darauf geben, was sich gerade zwischen uns entwickelt. Auch diese Wahrnehmungen behandle ich nicht als Beweise oder endgültige Aussagen über Sie. Ich reflektiere sie sorgfältig und kann sie, wenn es für den therapeutischen Prozess hilfreich erscheint, behutsam zur Verfügung stellen.
Anschließend prüfen wir gemeinsam, ob daraus etwas Verständliches entsteht. Auf diese Weise kann Therapie einen Zugang zu Erfahrungen eröffnen, die sich allein durch Nachdenken oder Erklären möglicherweise nicht erreichen lassen.
Gerade in der therapeutischen Beziehung können auch neue Erfahrungen möglich werden: sich zeigen zu dürfen, ohne bewertet zu werden, widersprechen zu können, ohne abgelehnt zu werden, oder eine persönliche Grenze wahrzunehmen, ohne dadurch die Beziehung zu gefährden.
Die Therapie bleibt dabei klar auf Sie und Ihr Anliegen ausgerichtet. Gleichzeitig verstehe ich mich nicht als unbeteiligten Beobachter, sondern als fachlich verantwortliches und persönlich anwesendes Gegenüber.
Meine therapeutische Haltung
Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Möglichkeiten, mit Belastungen, Verletzungen, Unsicherheit oder fehlender Unterstützung umzugehen. Viele dieser Reaktionen waren ursprünglich sinnvoll und notwendig. Sie haben möglicherweise geschützt, Halt gegeben oder geholfen, eine schwierige Situation zu bewältigen.
Später können dieselben Schutzmechanismen jedoch die eigene Bewegungsfreiheit einschränken. Wir reagieren dann in bestimmten Situationen immer wieder auf ähnliche Weise, obwohl wir uns eigentlich etwas anderes wünschen. Manchmal verstehen wir gedanklich bereits sehr gut, weshalb das geschieht – und können es in einem entscheidenden Moment dennoch nicht verändern.
In der Therapie geht es mir deshalb nicht darum, solche Reaktionen vorschnell als falsch oder krankhaft zu bewerten. Zunächst wollen wir verstehen, weshalb sie entstanden sind, wovor sie schützen und welche Bedürfnisse sich möglicherweise dahinter verbergen.
Gedankliches Verstehen ist dabei wichtig. Manchmal reicht es allein jedoch nicht aus. Deshalb beziehe ich neben dem Gespräch auch Gefühle, körperliche Wahrnehmungen, innere Bilder und unbewusste Beziehungsmuster ein. Ein Zusammenhang kann dadurch nicht nur erklärt, sondern möglicherweise unmittelbar wahrgenommen und von innen heraus verstanden werden.
Dabei richte ich den Blick nicht ausschließlich auf Belastungen und Verletzungen. Mich interessiert ebenso, was in einem Menschen lebendig geblieben ist: seine Fähigkeiten, Bedürfnisse und Sehnsüchte, seine Möglichkeiten zur Entwicklung und seine eigene innere Orientierung.
- Psychotherapie bedeutet für mich nicht nur, besser mit dem umzugehen, was ist oder war. Sie kann auch dazu ermutigen, neugierig auf das zu werden, was im eigenen Leben noch möglich ist.
Mein Weg zur Psychotherapie
Seit Beginn meines Medizinstudiums beschäftigt mich die Frage, was den Menschen über seine körperlichen Funktionen hinaus ausmacht. Im Austausch mit Philosophie und Theologie interessierten mich früh die innere Welt des Menschen, seine Beziehungen, seine Wünsche und Bedürfnisse – und die Frage, was dem eigenen Leben Richtung und Bedeutung gibt.
„Zur Einsicht in den kleinsten Teil ist die Übersicht über das Ganze notwendig.“
Johann Wolfgang von Goethe
Dieser Gedanke begleitet mich seit meinem Studium. Er prägt meinen Blick auf den Menschen bis heute: Körperliches und seelisches Erleben, persönliche Geschichte, Beziehungen und gegenwärtige Lebenssituation lassen sich häufig nicht sinnvoll voneinander trennen.
Mein beruflicher Weg führte mich zunächst in die Orthopädie und Sportmedizin. Besonders in der Behandlung chronischer Beschwerden wurde für mich immer deutlicher, wie eng körperliches Befinden, Nervensystem, Gefühle, Beziehungen und Lebensgeschichte miteinander verbunden sein können.
Parallel zu meiner ärztlichen Tätigkeit beschäftigte ich mich mit unterschiedlichen ganzheitlichen und körperbezogenen Verfahren. Dazu gehörten unter anderem Akupunktur, manuelle und osteopathische Ansätze, Tai Chi, Chi Kung und Tao Yoga. Hinzu kamen Erfahrungen mit Hypnotherapie, NLP, Psychodrama, systemischer Aufstellungsarbeit und dem Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal.
Nach fast zwanzig Jahren orthopädisch-sportmedizinischer Tätigkeit führte mich mein Weg wieder stärker zu meinem ursprünglichen Interesse an Psychosomatik und Psychotherapie. Es folgte eine fünfjährige psychotherapeutische Weiterbildung mit dem Schwerpunkt tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie sowie eine Ausbildung im körperorientierten Focusing.
Heute verbinde ich meine langjährige ärztliche Erfahrung in der Behandlung körperlicher und insbesondere chronischer Beschwerden mit einer tiefenpsychologisch orientierten, psychosomatischen und körperbezogenen psychotherapeutischen Arbeitsweise.
Meine Persönlichkeit und meine eigenen Lebenserfahrungen fließen selbstverständlich in meine therapeutische Haltung ein. Sie werden jedoch nicht zum Gegenstand Ihrer Therapie. Im Mittelpunkt stehen Ihre Geschichte, Ihr Erleben und das, was sich in unserem gemeinsamen Prozess entwickelt.
Wie ich arbeite
Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das therapeutische Gespräch. Dabei arbeite ich tiefenpsychologisch orientiert und beziehe – abhängig von Ihrem Anliegen und der jeweiligen Situation – unterschiedliche therapeutische Zugänge ein.
Dazu gehören insbesondere:
- körperorientiertes Focusing
- Ego-State-Arbeit und die Arbeit mit inneren Anteilen
- systemische Perspektiven und Aufstellungsarbeit
- Imagination
- körperbezogene Wahrnehmungs- und Regulationsverfahren
- psychotherapeutische Ansätze bei chronischen Schmerzen
- EMDR
Es geht nicht darum, möglichst viele Methoden anzuwenden oder ein festgelegtes Programm abzuarbeiten. Eine Methode ist für mich ein mögliches Werkzeug – nicht der Ausgangspunkt der Therapie.
Gemeinsam prüfen wir, was Sie im jeweiligen Moment benötigen. Manchmal stehen das Gespräch und das gedankliche Verstehen im Vordergrund. In anderen Situationen kann es hilfreich sein, genauer auf ein Gefühl, eine körperliche Reaktion, ein inneres Bild oder das gegenwärtige Geschehen zwischen uns zu achten.
Auch wenn ich eine Übung oder ein bestimmtes Vorgehen vorschlage, entscheiden wir gemeinsam, ob es für Sie zu diesem Zeitpunkt passend ist. Sie bestimmen, worauf Sie sich einlassen möchten und in welchem Tempo die therapeutische Arbeit erfolgt.
Körperliche Wahrnehmungen werden dabei nicht vorschnell psychologisch gedeutet. Sie können jedoch zusätzliche Hinweise geben: Wo entsteht Anspannung? Was löst Rückzug oder innere Unruhe aus? Woran lässt sich eine persönliche Grenze erkennen? Was vermittelt Sicherheit, Kraft oder innere Zustimmung?
Meine langjährige ärztliche Erfahrung in der Behandlung orthopädischer und chronischer Beschwerden prägt meinen Blick auf das Zusammenspiel von Körper und seelischem Erleben. Körperliche Beschwerden werden ernst genommen und nicht einfach als „psychisch“ eingeordnet.
Mehr über Psychotherapie und Körper
Aus- und Weiterbildungen
- Studium der Humanmedizin in Aachen und Heidelberg, 1986–1992
- Ärztliche Ausbildung in Orthopädie und Unfallchirurgie
- Weiterbildungen in Sportmedizin, Traditioneller Chinesischer Medizin und Akupunktur, Triggerpunkttherapie, Manueller Medizin/Chirotherapie und Osteopathie
- Seit 1997 Tätigkeit in eigener Praxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin, differenzielle Orthopädie und chronische Beschwerden des Bewegungsapparates
- Zehnjährige Lehrerausbildung für Tai Chi, Chi Kung und Tao Yoga bei Rolf Weber in Frankfurt
- Fünfjährige psychotherapeutische Weiterbildung in tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie am Wiesbadener Institut für Analyse und Psychotherapie (WIAP)
- Fünfjährige Ausbildung in Focusing am Deutschen Focusing Institut (DFI) Würzburg
- Weiterbildungen unter anderem in EMDR-Schmerz, Ego-State-Therapie und NLP
- Langjährige Beschäftigung mit systemischer Aufstellungsarbeit, Psychodrama, körperorientierten Verfahren und dem Theater der Unterdrückten
Mitgliedschaften
- Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e. V.
- Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e. V. (DÄGfA)
- Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU)
- Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM/MWE)
- Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische und unfallchirurgische Schmerztherapie (IGOST)
- Amnesty International – Sektion Medizin
- Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
- Vorstandsmitglied Forum Gesunder Rücken – besser leben e. V.
- Expertenkreis Gesundheit der Stiftung Gesundheit
Ein erstes Gespräch
In einem ersten Gespräch können wir gemeinsam klären, was Sie beschäftigt, was Sie sich von einer Psychotherapie wünschen und ob meine Arbeitsweise zu Ihnen und Ihrem Anliegen passt.
Sie müssen dabei noch nicht genau wissen, worum es eigentlich geht oder wohin die Therapie führen soll. Auch Unklarheit kann ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Gemeinsam können wir zunächst versuchen, Ihr Anliegen besser zu verstehen und zu prüfen, ob zwischen uns eine tragfähige Zusammenarbeit entstehen kann.
Die Behandlung erfolgt ausschließlich privatärztlich. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte können die Rechnung entsprechend den Bedingungen ihres individuellen Tarifs zur Erstattung einreichen. Gesetzlich Versicherte können die Behandlung als Selbstzahlende in Anspruch nehmen.
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